23. & 24. Mai 2026

Green House – Die Stadt als Habitat

Kunstaktion und Installation im Stadtraum

Das Projekt Green House befasst sich mit städtischem Raum aus einer Perspektive, die nicht vom Menschen, sondern von Pflanzen ausgeht. Aktuell ist im Zuge der Klimaanpassung oft von der Begrünung als stadtplanerischem Eingriff die Rede. Wir beschäftigen uns mit ungeplantem Grün.  Was passiert, wenn nicht der Mensch den Stadtraum begrünt, sondern das Grün sich selbst Räume aneignet?

Zentrum der Arbeit ist ein leerstehendes, eingewachsenes Haus in Ulm. Aus menschlicher Sicht verwuchert, verwunschen, behaftet mit Assoziationen von Märchen und Abenteuern bis hin zur Dystopie, ist das Haus vor allem ein urbanes Habitat – von Pflanzen angeeigneter Lebensraum. Ziel des künstlerischen Projekts ist es, die Lebenswelt urbaner Pflanzen aus neuen Perspektiven erlebbar und erfahrbar zu machen.

Im Rahmen der Art Residency entsteht eine neue Arbeit an der Schnittstelle von Installation und partizipativer Kunstaktion, die sich konkret auf den Ort in Ulm bezieht. Am Veranstaltungswochenende 23. & 24. Mai sind Installation und Aktionen für Besucher*innen zugänglich.

Künstler*innen:
Sean Roy Parker Aktionskünstler und Lyriker, UK
Franziska Klose Künstlerin und Fotografin, DE
Vojtěch Liebl Konzeptkünstler und Grafikdesigner, CZ
(weitere Infos siehe unten)

Programm

kunstaktion & Installation

Samstag, 23. Mai & Sonntag, 24. Mai
jeweils 11 Uhr & 14 Uhr
Exkursionen zum eingewachsenen Haus mit Kunstaktion & Installation

Printstation
Bringt gerne eigenen T-Shirts oder Taschen mit, wir bedrucken sie mit euch vor Ort!

Treffpunkt mit Fahrrad
Griesbadgalerie
Seelengraben 30
89073 Ulm

Wir treffen uns mit dem Fahrrad an der Griesbadgalerie. Die Fahrt dauert von hier aus ca. 15 Minunten. Wer nicht mit dem Fahrrad kommen kann, kann sich gerne vorher bei uns per E-Mail an  info@griesbadgalerie.de melden.

Eintritt frei

rahmenprogramm

Tour ins Leere

Sonntag, 17. Mai – Internationaler Museumstag
11 Uhr & 14 Uhr

In unserem Artist Residency Projekt »Green House« befassen wir uns mit einem leerstehenden, eingewachsenen Haus in Ulm. Wir schauen auf städtischen Raum als Habitat, das sich Pflanzen und Organismen selbst aneignen. Als Einstimmung für unsere drei Gastkünstler*innen und jede*n der/die Lust hat, gibt uns Matthias Glass eine Tour mit Blick auf menschen-leere Häuser in der Stadt. Als »Begleitvegetation« liest Florian L. Arnold Texte, die einen ungewöhnlichen Blick auf verfallene und eingewachsene Häuser bieten.

In Ulm gedeihen viele interessante Leerstände. Nicht jedes leerstehende Haus ist eingewachsen, manche sind etwas versteckt, andere sind offensichtlich. Jedes leerstehende Haus hat seine eigene Geschichte und viele warten nur darauf, aufzublühen. Wir begeben uns mit dem Fahrrad auf eine jeweils etwa einstündige Entdeckungstour durch die Stadt und Erkunden Ursachen und Potential von Leerständen.

Dauer ca. 1 Stunde
Eintritt frei

Treffpunkt mit Fahrrad
Griesbadgalerie
Seelengraben 30
89073 Ulm

Künstler*innen

Franziska Klose (*1977, DDR)
ist Künstlerin und Fotografin. Im Fokus ihrer Arbeit stehen postindustrielle Landschaften, urbane Flora und Stadt als artenübergreifender Lebensraum.
Es entstehen Fotoserien, Künstlerbücher, Collagen und Field-Recordings. Vorträge, Artist Talks und öffentliche botanische Spaziergänge sind Teil ihrer künstlerischen Praxis.

franziskaklose.de

Portrait Franziska Klose, © Anja Schneider

Sean Roy Parker (*1988, Kent, UK)
ist ein Künstler, Autor und Landarbeiter mit Wohnsitz in Derbyshire, Großbritannien. Er arbeitet interdisziplinär und ohne festgelegte Grenzen in Bereichen wie Bildhauerei, Installation, Verlagswesen, Kochen, Wildkräutersammeln, Fermentierung, Workshops und Gemeinschaftsgärtnerei. Seine Praxis dreht sich um ganzheitliches Systemdesign und erfordert die tägliche Pflege nährender Beziehungen zu vielfältigen menschlichen und nicht-menschlichen Mitwirkenden: Nachbarn, Kollegen, Gleichgesinnten, Pflanzen, Würmern und Mikroben. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und des Klassenkampfs hinterfragt Parker durch seine prozessorientierte und (re)generative Praxis das gängige Verständnis dessen, was künstlerisches Schaffen ausmacht.

Drei Jahre lang war Roy Kernmitglied von »The Field«, einem experimentellen, von Künstler*innen geführten Wohnprojekt in einem ehemaligen Steiner-Schulgebäude in den East Midlands. Im Jahr 2024 erhielt er ein Axis-Stipendium und einen Künstlerpreis der Paul Hamlyn Foundation, und sein Debütband »stewarding« wurde bei Monitor Books, London, veröffentlicht. Kürzlich hat er Künstlerprojekte für Three Rivers Bexley (Kent, Großbritannien) und das Audra Festival (Kaunas, Litauen) abgeschlossen und ist Mitglied des Vorstands der Two Queens Gallery in Leicester, Großbritannien.

instagram.com/fermental_health

Portrait Sean Roy Parker, © Will Hearle

Vojtěch Liebl (*1998, Prag, Tschechien)
Vojta Liebl, geboren 1998 in České Budějovice und heute in Prag ansässig, ist Grafikdesigner und Künstler, dessen Arbeit sich zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten bewegt. Er schloss sein Studium 2023 an der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Kunst & Design in Pilsen ab.

Vojta lässt sich von Pilzen, Mikroorganismen und der stillen Intelligenz nicht-menschlichen Lebens inspirieren. Anstatt zu fragen, wie wir diese Organismen nutzen können, interessiert ihn vielmehr, was sie uns lehren können. Medienübergreifend sammelt er Eindrücke aus der Umgebung, formt sie zu visuellen Elementen und Typografie oder lässt sie als Fragmente von Poesie zum Vorschein kommen. Er ist einer der Ausläufer des Forschungskollektivs »Planeta Kampus«. Außerdem ist er Teil der AVU Multispecies-Forschungsgruppe.

Sein Alter Ego ist »biotop«, das den Raum der elektronischen Musik und übermenschlicher Klanglandschaften erkundet.

instagram.com/lieblgraf

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